Thiaminmangel bei erhöhtem Alkoholkonsum 

Bei Personen mit Alkoholkonsumstörung kommt es häufig zu Mangelernährung, die sowohl durch eine unzureichende Nahrungsaufnahme als auch durch alkoholbedingte Störungen der Resorption begünstigt wird. Dies führt nicht selten zu ausgeprägtem Mangel an Vitaminen wie Thiamin (Vitamin B1), aber auch in Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12. Diese Mangelzustände können erhebliche neurologische und kognitive Folgeschäden verursachen.

Wernicke-Enzephalopathie
Die Frühsymptome eines Thiaminmangels sind unspezifisch und umfassen Müdigkeit, Reizbarkeit und Appetitlosigkeit. Vor allem bei Menschen mit einer Alkoholkonsumstörung besteht die Gefahr eine Gehirnerkrankung, die so genannte Wernicke-Enzephalopathie, zu entwickeln. Typische Symptome sind Augenbewegungsstörungen, Bewegungsstörungen und Verwirrtheit, wobei oft nur einzelne dieser Symptome auftreten. Aus diesem Grund ist die Wernicke-Enzephalopathie oft schwer zu diagnostizieren. Unbehandelt kann sich die Wernicke-Enzephalopathie zu einer chronischen Erkrankung (Wernicke-Korsakoff-Syndrom) entwickeln, die mit schweren Gedächtnisstörungen und Verwirrtheit einhergeht. Schlimmstenfalls kann dieser Zustand sogar bis zum Tod führen.