Warum ist eine Thiaminsubstitution bei vermehrten Alkoholkonsum wichtig?
Bei vermehrten Alkoholkonsum kommt es sehr häufig zu Thiaminmangel und in weiterer Folge zu kognitiven Einschränkungen oder sogar bis zum potentiell tödlichen Wernicke-Korsakoff-Syndrom mit der Gefahr für eine andauernde neuropsychiatrische Symptomatik.
Wer sollte eine Thiaminsubstitution erhalten?
Aufgrund des günstigen Nutzen-Risiko-Profiles ist eine Thiaminsubstitution prinzipiell bei allen Menschen mit vermehrten bzw. abhängigem Alkoholkonsum indiziert.
Wie sollte die Thiaminsubstitution am besten erfolgen?
Bei Menschen mit erhöhtem Alkoholkonsum ohne neurologische Symptomatik ist sowohl eine parenterale als auch eine orale Substitution möglich und sinnvoll sein (z.B.: Thiamin 100mg 3x/täglich für 7 Tage, dann 100mg 1x/täglich).
Welche Risiken/Kontraindikationen muss ich bei der Etablierung einer Thiaminsubstitution beachten?
Die einzige relevante, aber äußerst seltene Nebenwirkung (1 pro 1.000.000 Millionen Fälle), ist eine anaphylaktische Reaktion.
Bei langfristiger Thiaminsubstitution muss außerdem beachtet werden, dass falls ein Vitamin-B-Misch-Präparat zur Anwendung kommt, potenziell eine Akkumulation von Vitamin-B6 und in weiterer Konsequenz eine periphere Neuropathie entstehen kann. Daher sollte eine Verschreibung von reinen Vitamin-B1-Präperaten erfolgen.
Gibt es neben der Behandlung und Prävention des Wernicke-Korsakoff-Syndroms noch eine weitere klinische Anwendung für die Thiaminsubstitution?
Ja! Daten weisen darauf hin, dass sich eine Thiaminsubstitution bei Menschen mit Alkoholabhängigkeit positiv auf deren kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt und das Risiko für die Entwicklung einer Demenz reduzieren kann.